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Was macht ein gutes Liniendiagramm aus?

Ein Diagramm ist mehr als die gebündelte Anzeige einzelner Werte. Durch ihre Kombination in der Fläche ergeben sich zusätzliche Informationen über die Beziehung der Werte untereinander. In einem Liniendiagramm mit Zeitachse ist dies die Entwicklung der Werte im Zeitverlauf.

In einer tabellarische Liste ist diese Entwicklung nur schwer bzw. mit deutlich mehr Zeitaufwand herauszulesen.

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eigene Darstellung, Datenquelle: BÄK/KBV

Dies ist unabhängig von individuellen Fähigkeiten. Ungefähr 70 % aller Sinneswahrnehmungen erfolgt über unsere Augen. Beim Betrachten von Liniendiagrammen nehmen wir unterschiedliche Ausrichtungen von Linien vorbewusst (= schwellennah) wahr. D.h. die Verbindung der einzelnen Datenpunkte mit Linien hilft unserem Gehirn, Entwicklungen unmittelbar zu erkennen.

Oftmals sehen wir jedoch Liniendiagramme, die dieses Potenzial nicht nutzen. Nachstehend ein Beispiel aus einer Fachzeitschrift (Hinweis zur Quelle), welches die mengenmäßige Entwicklung der MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) darstellt:

liniendiagramm

Quelle: führen und wirtschaften im Krankenhaus, 12/2015, S. 1019

Drei Dinge fallen auf

  • Die Linien sind sehr dünn.
  • Die Datenpunkte werden durch verhältnismäßig große Quadrate symbolisiert.
  • Wenn ausreichend Platz verfügbar ist erfolgt die Anzeige der absoluten Werte ober- oder unterhalb der Datenpunkte.
  • Die Legende ist teilweise redundant.

Wie können wir dieses Liniendiagramm verbessern?

  1. Die absoluten Werte sind in diesem Kontext nicht wichtig, wir wollen schließlich die Entwicklung aufzeigen. Also lassen wir sie weg.
  2. Die Datenlinien sind das wesentliche Element eines Liniendiagramms. Sie sollten daher wesentlich dicker sein. Durch Verwendung von dezenten, deutlich unterschiedlichen Farben lassen sich die Linien gut abgrenzen.
  3. Die Hervorhebung der Linienpunkte ist viel zu stark. Besser geeignet sind Punkte, deren Durchmesser nur unwesentlich größer sind als die Linie selbst. Man kann diese auch weglassen, wenn vertikale Hilfslinien dem Auge eine Orientierung geben.

Hier das Resultat (erzeugt mit chefreporter)

Liniendiagramm

Was fällt nun auf?

Die Entwicklung wird deutlicher und die Geschichte ist auf einmal eine andere: Zwar stimmt die ursprüngliche Kernaussage „Immer mehr MVZ in Deutschland“ aber sie könnte auch lauten „Der Zuwachs der MVZ verlangsamt sich.“